Tipps ? zur Holz-Oberflächenbehandlung

 

Die Oberflächenbehandlung des Holzes hat nicht nur die Aufgabe, das Holz, egal ob es sich um Massivholz oder furnierte Platten handelt, zu schützen, sondern auch den Gebrauchswert zu steigern und die Schönheit des Holzes hervorzuheben.


Hobeln mit dem Handhobel ist eine Kunst für sich, die einiges an Übung erfordert. Die im Handwerk eingesetzten Hobel werden je nach Verwendungszweck ausgewählt. Äusserlich unterscheiden sich die Hobel für den Laien nur in der Grösse und Form sowie an der Verstelleinrichtung für das Eisen. (Eisen=Hobeleisen=Schneide des Hobels). Darüber hinaus unterscheidet der Fachmann einen Hobel noch an der Form des Eisens, zwischen einfachem Eisen und Doppeleisen und dem Verwendungszweck. Doppeleisen heisst hier nicht das der Hobel über zwei Schneiden verfügt, sondern das eigentliche Eisen wird, damit ein kurzer Span gebrochen wird und somit ein besserer Schnitt gewährleistet ist, von einem auf dieses geschraubte Eisen  (Klappe) unterstützt. Skizze Schneidwirkungen Und nicht zuletzt unterscheidet der Fachmann auch noch die Stellung des Eisens zum Holz  und wie das Eisen geschliffen ist, um für seine Arbeit den richtigen Hobel zu verwenden. Alles ganz interessant, aber für den Hobbyisten nicht einfach in die Tat umzusetzen. In den Baumärkten habe ich bisher nur drei Typen der Hobel entdeckt, nämlich den Schlichthobel, den Doppelhobel und einen einfachen Putzhobel. Den Schlichthobel mit nur einem Eisen verwendet der Schreiner um grobe Sägeschnitte etc. zu glätten. Den Doppelhobel, der seinen Namen durch die Verwendung der zwei oben genannten Eisen bekommen hat, verwendet der Schreiner für etwas feinere Arbeiten, aber wirklich feine Arbeiten erledigt er mit dem Putzhobel. Alle drei Hobel haben unterschiedliche Schneidwinkel, Keilwinkel und Spanwinkel, die enormen Einfluss auf die Spanabnahme und somit auf das Hobelergebnis haben. Wenn Du es trotzalledem probieren möchtest, übe das Hobeln an einem Probestück und beachte als Anfänger dabei:
  • Das Hobeleisen muss richtig scharf sein, wenn du dich damit rasieren kannst, ist es gerade scharf genug.
  • Wenn du einen Doppelhobel verwendest, fixiere die Klappe ganz weit vorn an der Schneide, knapp ein Millimeter gilt als optimal.
  • Zwischen Klappe und Eisen darf keine Luft sein, sonst klemmen die Späne und das Holz reisst aus.
  • Achte darauf, dass das Eisen gerade im Hobel sitzt, das erkennst du, wenn du von vorne nach hinten über die Sohle (das Unterteil) guckst.
  • Die Schnitttiefe sollte für den Anfänger so gering wie möglich eingestellt sein, hobel lieber mehrmals über das Holz, so vermeidest Du ein Ausreissen.
  • Nicht gegen die Maserung, die Wuchsrichtung hobeln Skizze.
  • Vorsicht bei Ästen, hier “wächst” das Holz in alle Richtungen.
  • Übe an weichen Hölzern (z.B. Fichte) mit geraden Wuchs.
  • Nie verschmutze Hölzer hobeln. Alter Staub, Sand etc. sind die Mörder des Eisens.

Viel Spass !


Das Hobeln mit der Handhobelmaschine ist gegen das Arbeiten mit dem Handhobel ein Witz, trotzdem solltest du beachten:

  • Nur scharfe Messer verwenden, stumpfe Messer reissen das Holz aus.
  • Möglichst nicht gegen die Maserung hobeln, quer zur Maserung nie.
  • Lieber mit geringer Schnittiefe hobeln, der Schnitt wird sauberer, reisst weniger aus und du schonst die Messer und Maschine.
  • Immer die Sicherheitshinweise des Herstellers beachten !


Beim Schleifen mit der Bandschleifmaschine achte darauf, das du die Maschine nie quer zur Maserung führst. Benutze lieber ein feines Schleifband als ein grobes, ein durchgeschliefenes Furnier kannst du nicht zurückholen. Benutze nur scharfe Schleifbänder. Ein Tipp? Oft sind Schleifbänder nicht wirklich stumpf, sondern sie sitzen nur voller Harz und Schleifstaub, mit einer weichen Drahtbürste lassen diese sich prima reinigen. Noch ein Tipp ? achte beim Kauf der Schleifbänder darauf, dass an der Verbindungsstelle (Nahtstelle) des Bandes so gut wie keine Übergänge sind, diese Übergänge verursachen beim Schleifen hässliche Dellen im Holz. Wenn du nicht unbedingt grobe Sägeschnitte oder viel Material wegschleifen willst, kannst du im Regelfall prima mit 120 er oder 150 er Körnung vorschleifen und den Endschliff mit einer 240 er oder 280 er  Körnung durchführen.


Wenn du mit Schwingschleifer arbeitest, zügele dich selbst und führe das Gerät  langsam über das Werkstück, es schleift für dich. Drücke nicht zu stark, eigentlich brauchst du gar nicht drücken. Das Gewicht des Gerätes reicht in der Regel zum Schleifen. Verkannte den Schwingschleifer nicht, das bringt nichts ausser hässliche Dellen, die bis in die letze Lackschicht zu sehen sind. Auch beim Schwingschleifer kannst du im Regelfall mit 120er oder 150er Schleifpapier beginnen und für den Endschliff Papier mit einer 240er oder 280er Körnung benutzen.


Arbeitest du mit einer Excenterschleifmaschine , solltest du mit dieser bei schmalen Werkstücken sehr Vorsichtig arbeiten. Man verkantet die Maschine bei schmalen Werkstücken sehr schnell. Für Flächen gilt wie bei dem Schwingschleifer, langsam, mit wenig Druck über das Werkstück führen und nicht verkanten, den Schleifteller immer ganzflächig aufsetzten. Papier ab 150er Körnung verwenden, Endschliff mit 240er oder feiner.


Zum Schleifen mit der Hand benutze nach Möglichkeit immer einen Schleifklotz, im Handel gibt es Schleifklötze aus Kork, diese sind recht gut zu gebrauchen. Ein “Klötzchen” aus einem Stück weichem Holz, an dem du alle Kanten brichst (etwas abrundest) tut es auch. Schleife immer in der Richtung der Maserung, niemals quer zur Maserung schleifen. Benutze grobes Papier 40er, 60er, 80er Körnung nur wenn unbedingt nötig. So grobe Schleifpapiere reissen Spuren in das Holz, die man beim ersten Hinsehen nicht sieht und nur schwer wieder zu beseitigen sind.


Egal, mit was du schleifst, genug geschliffen hast du in jedem Fall, wenn das Holz sich wirklich glatt anfühlt. Vor dem Lackieren, Mattieren, Lasieren oder was für einen Oberflächenschutz du auch wählst, reicht im Regelfall ein Schliff mit 240er oder 280er Papier, beim sauber ausgeführten Handschliff ist auch manchmal ein Schliff mit 180er Papier ausreichend, letztendlich musst du dieses aber für dich selbst entscheiden.


Ein Tipp ? zum Kauf von Schleifpapier achte beim Kauf des Schleifpapiers darauf, dass es eine vernünftige Qualität hat, hier können super Sonderangebote schnell zum teuren Spass werden. Es sollte scharf sein und nicht schon beim Ersten anfassen oder beim darauf Kratzen mit dem Fingernagel die Körnung verlieren.


Ziehklingen benutzt der Schreiner, wenn er letzte feine Unebenheiten nach dem Putzen (hobeln mit dem Putzhobel) beseitigen will und dieses hauptsächlich bei der Bearbeitung von harten Hölzern und feinen Maserfurnieren. Ziehklingen sind aus gutem Werkzeugstahl, an der “Arbeitskante” wird mit einem Ziehklingengradzieher ein feiner Grad gezogen. Mit diesem Grad erfolgt die Spanabnahme, indem die Ziehklinge mit Druck über das Werkstück gezogen wird. Die Holzfaser reißt bei richtiger Anwendung nicht ein, weil der Span unmittelbar nach der Lösung vom Werkstück im spitzen Winkel gebrochen wird. Für Ziehklingen gibt es Halterungen. Sie werden dann zu dem s.g. Ziehklingenhobel, der aber nicht gezogen, sondern geschoben (gestoßen) wird. Das Arbeiten mit einer Ziehklinge erfordert, wie beim richtigten Hobeln, etwas Übung und etwas Gefühl für das Werkzeug. Beachten solltest du, wenn du mit einer Ziehklinge arbeiten willst, dass der Grad der Klinge emfpindlich ist und er keine Scharten haben darf.


Stahlwolle, jaja auch Stahlwolle kannst du prima zur Holzoberflächenvorbehandlung einsetzten. Sie eignet sich hervoragend zum Schleifen von Profilen, deren Rundungen mit Schleifpapier  oft schlecht zugänglich sind. Ein Bausch Stahlwolle arbeitet ähnlich vieler kleiner Ziehklingen und hinterläßt keine Schleifspuren. Probier es einmal aus, du wirst dich wundern. Stahlwolle gibt es in unterscheidlichen Feingraden, für den Feinschliff des Holzes solltest du feine Wolle mit den Gradangaben 000 oder 00 oder 0 verwenden.


Wässern , nein nein, wir gehen jetzt nicht mit dem guten luftgetrockneten Ausbauteil in die Badewanne. Wässern ist eigentlich eine Vorbereitungsarbeit zum Beizen. Mit der Hilfe des Wässerns wird das Holz beizfähig gemacht. Das Wässen hat die Aufgabe, zusammengedrückte Holzfasern (z.B. durch hobeln und schleifen) wieder aufzurichten und durch Zusätze im Wasser das Eindringen der Beize zu erleichtern.  Masivhölzer werden mit sehr heißem Wasser, alle anderen Hölzer nur mit lauwarmen Wasser gewässert. Zum Wässern wird ein Schwamm verwendet, das Werkstück wird mit dem Schwamm gut angefeuchtet. Überschüssiges Wasser sofort abnehmen, kein Wasser auf dem Holz stehen lassen. Tipp ? etwas Kochsalz im Wasser entfernt deine fettigen Fingerabdrücke. Noch ein Tipp ? wenn du Nadelhölzer beizen möchtest, gebe dem Wasser etwas Salmiakgeist hinzu, warte ca. 10 Minuten und wässere mit klarem Wasser nach. Durch den Salmiakgeist “verseifen” die Harzteilchen in der Oberfläche und das Beizergebnis wird gleichmäßiger.

Das restlos (luft) abgetrocknete Werkstück wird nach dem Wässern mit einem feinem, scharfen Schleifpapier (mind 240er) mit der Hand ohne Druck (nur drüberwischen) in Längstrichtung geschliffen. Vor dem Beizen wird der Schleifstaub mit einer feinen Messing- oder Bronzebürste in Faserrichtung abgebürstet.


Noch ein Tipp? im Zusammenhang mit dem Wässern.  Beim Wachsen, Lackieren etc.  stellen sich die feinen Holzfasern geringfügig hoch, beim Lackieren, Lasieren ist das kein Problem, da werden die feinen Fasern einfach beim Zwischenschliff abgeschliefen, aber gewachste  Hölzer lassen sich nur schlecht zwischenschleifen. Der Wachs setzt das Schleifpapier sehr schnell zu. Wenn du das Holz vor dem Wachsen wässerst und dann ganz leicht mit feinem Schleifpapier, oder feiner Stahlwolle schleifst, kannst du ein besseres Wachsendergebnis erzielen.


Beizen , unter Beizen versteht man die Behandlung des Holzes mit färbenden Flüssigkeiten, dabei ist es egal, ob die Färbung durch die chemische Umsetzung in der Holzfaser oder durch gelöste Farbstoffe erfolgt. Zu den Vorbereitungsarbeiten für das  Beizen gehört schon das oben genannte Wässern. Darüberhinaus sollte die Oberfläche von stark harzhaltigem Holz unbedingt entharzt werden, im Handel werden hierfür verschiedene Mittelchen angeboten. Du kannst das Harz aber auch mit Azeton oder Spiritus lösen, einfach die Oberfläche gut anfeuchten und vor dem Verdunsten mit trockenem Sägemehl abreiben. Nach dem Entharzen nicht mehr schleifen. Wichtig vor dem Beizen ist auch, dass das Holz wirklich sauber ist, also frei von Leimresten, Fingerabdrücken etc. Egal, welche der im Handel erhältlichen Beizen Du verwenden willst, probiere immer erst an einem Probestück den Farbton.  Um einen anderen Farbton zu erzielen, lassen sich viele der im Handel erhältlichen Beizen miteinander mischen, beachte hierzu die Hinweise des Herstellers. Die Beize mit einem weichen breitem Flachpinsel satt und gleichmäßig in Richtung der Maserung auftragen, dann quer zur Maserung verstreichen, kurz einwirken lassen und die Überschüssige Beize in Richtung der Maserung vom Holz nehmen. Arbeite gleichmäßig, sonst kann es Flecken geben. Das gebeizte Holz muß vor dem Grundieren, Lackieren oder Lasieren gut trocknen ca. eine Nacht.

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